Licht ist nicht gleich Licht
In acht Minuten und 19 Sekunden erreichen die Sonnenstrahlen unsere Erde und ermöglichen hier überhaupt erst Leben. Mehr als die Hälfte ihres elektromagnetischen Anteils macht das sichtbare Licht aus, das uns von der Morgendämmerung bis zum Abendrot begleitet. Die andere und eben unsichtbare Hälfte setzt sich zusammen aus den Wärmestrahlen sowie dem Ultravioletten Licht, das wir als UV-A und UV-B Licht bezeichnen. Eine dritte Art, das UV-C-Licht, gelangt gar nicht erst zur Erdoberfläche, sondern wird bereits von den obersten Luftschichten der Erdatmosphäre absorbiert.
UV-Licht hat besondere Eigenschaften - es kann sowohl nützlich als auch schädlich sein. So schafft es organische Verbindungen, wie etwa Ozon, oder zerstört bestehende. Gute wie schlechte Auswirkungen hat das UV-Licht auch auf unsere Haut. Dabei haben wir Menschen uns im Laufe unserer Entwicklung aber einige Tricks zugelegt, um mit den unerwünschten Nebenwirkungen fertig zu werden.
Ein erster Puffer ist unsere Hornschicht, sie absorbiert und reflektiert rund 50 Prozent UV-A sowie etwa 10 Prozent UV-B Strahlen. Sichtbarster Schutz ist unsere veränderliche Pigmentierung, das heißt Farbstoffe absorbieren UV-Licht. Wir werden also im Sommer braun und verblassen wieder über den Winter.
Dabei unterscheidet man die so genannte “Sofortbräunung”, eine kurzfristige und nur wenige Stunden anhaltende Tönung der Haut, die von den UV-A-Strahlen ausgelöst wird. Diese Tönung besitzt fast keinen Lichtschutz. Da UV-A die Kollagene schädigt, verliert die Haut an Spannkraft und altert schneller. Eine langfristige Bräunung ruft hingegen UV-B-Strahlung hervor. Auf dieses Licht reagiert die Haut nach etwa 72 Stunden und produziert Melanine, die für die braune Tönung sorgen und je nach Hauttyp UV-Strahlen in hohem Maße absorbieren. Diese UV-B-Strahlen dringen tiefer in die Haut ein und rufen daher auch Sonnenbrand hervor. Allerdings sind sie auch nützlich, denn sie regen die Bildung des notwendigen Vitamins D3 an, das Rachitis vorbeugt.
Auch der menschliche Schweiß schützt vor den schädlichen Sonnenstrahlen, da die enthaltene Urocaninsäure ebenfalls einen Teil der UV-Strahlung absorbiert oder reflektiert.
Trotz aller hauteigenen Schutzmechanismen aber gilt: Wir müssen verantwortungsvoll mit dem Sonnenlicht umgehen und sollten nicht auf zusätzlichen Sonnenschutz verzichten. Das gilt auch für künstliches UV-Licht wie in Solarien.

